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„Der Hausarzt gibt Halt beim Rauchausstieg“

Der Hausarzt spielt eine wichtige Rolle, Raucher auf dem Weg zum Nichtraucher zu begleiten. Dass immer mehr Ärzte diesen Weg mit ihren Patienten gehen, ist auch der Verdienst von Dr. de Zeeuw. Der Chefarzt des Wuppertaler Lungenzentrums hat als Mitglied des Expertenkreises von Johnson & Johnson Consumer Health Care das Programm „Einfach-Erfolgreich-Rauchfrei“ mit entwickelt. Der Experte im Interview.

 


Herr Dr. Zeeuw, warum wurde das Programm „Einfach-Erfolgreich-Rauchfrei“ für Hausärzte ins Leben gerufen?

Die meisten Kollegen wissen um die Bedeutung des Rauchausstiegs für die Gesundheit ihrer Patienten. Sie fühlen sich allerdings oft nicht gut genug geschult, um sie dabei zu begleiten. Hinzu kommt, dass sie vermuten, dass Tabakentwöhnung nur mit erheblichem Aufwand gelingen kann, der sich kaum in der Abrechnung abbilden lässt.  Das Programm „Einfach-Erfolgreich-Rauchfrei“ berücksichtigt diese Bedürfnisse. Wir haben einen Leitfaden entwickelt, der umfassend informiert, im Alltag in kurzer Zeit umgesetzt werden kann und gleichzeitig effektiv ist.

Was macht den Leitfaden aus?

Fünf Termine von bis zu einer Viertelstunde reichen aus, um den Patienten innerhalb von drei Monaten zur Rauchabstinenz zu führen. Davon können die Ärzte drei Termine auch telefonisch abhalten. Parallel unterstützen Nikotinersatzpräparate wie Pflaster oder Inhaler den Raucher bei der Entwöhnung.

Was war Ihr Beitrag zur Entwicklung des Programms?
Ich konnte meine Erfahrung aus mehr als zehn Jahren Raucher-entwöhnung einbringen, zum Beispiel für die Gesprächsleitfäden. Der klassische Fehler im Umgang mit Rauchern ist, belehrend mit den negativen Effekten der Sucht zu argumentieren. Stattdessen hat sich bewährt, offene Fragen zu stellen und das Ziel auszumalen. Es motiviert die Raucher, wenn sie wissen, dass sie bereits nach zwei Tagen Rauchstopp besser riechen und schmecken können.

Was ist das größte Hemmnis bei der Raucherentwöhnung – bei den Patienten und den Kollegen?

Die Raucher denken oft, dass sie sich allein und nur mit Willenskraft vom blauen Dunst lossagen müssen. Dabei ist gut belegt, dass die Kombination aus Beratung und Medikation am aussichtsreichsten ist. Mehr als 30 Prozent der Raucher gelingt damit der Ausstieg, allein liegt die Erfolgsquote nur bei drei Prozent. Die Kollegen haben aufgrund veralteter Lehrmaterialien oft noch Vorbehalte gegen die Nikotin-ersatztherapie. Dabei ist längst erwiesen, dass Nikotin in dieser therapeutischen Form nicht abhängig macht, nicht gesundheits-schädlich, sondern effektiv ist. Mehr als 150 Studien dokumentieren die Wirksamkeit.

Warum ist die Rolle des Hausarztes beim Rauchausstieg so wichtig?
Ihm vertrauen die Patienten am meisten und sein Wort hat Gewicht. Durch die Gespräche setzt der Arzt Anker in der Therapie, die dem Patienten Halt geben und ihn zu wichtigen Etappen motivieren. Zum Beispiel in den schwierigen ersten 14 Tagen der Anfangsphase, wenn die Rückfallquote am größten ist.

Erhalten Ärzte Ihrer Meinung nach genügend Anreize, mit ihren Patienten einen Rauchausstieg durchzuführen?
Nein. Sie müssten Medikamente verschreiben dürfen, die erstat-tungsfähig sind. Bisher fallen die Arzneimittel zur Raucherentwöhnung genau wie Haarwuchsmittel oder Viagra unter die Kategorie Lifestyle-Präparate und der Patient muss die Kosten selbst tragen. Das erschwert die ärztliche Behandlung ungemein.

In der Regel rechnet der Arzt die Beratungsleistung bei der Tabakentwöhnung nicht ab. Man könnte also provokant fragen: Was hat er dann eigentlich davon, eine Rauchentwöhnungstherapie durchzuführen?
Er erfüllt seinen Auftrag, die Gesundheit der Menschen zu fördern. Rauchen ist das größte vermeidbare Risiko für die Gesundheit. Zudem ist es für viele andere Erkrankungen wie Bluthochdruck ein begünstigender Faktor. Der Rauchstopp unterstützt somit auch die erfolgreiche Behandlung anderer Leiden. Und ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen: Das unmittelbare Erfolgserlebnis ist eine tolle Bestätigung meiner Arbeit als Arzt.

Mehr zur Initiative erfahren Ärzte unter

www.einfach-erfolgreich-rauchfrei.de

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